Gesundheitsbroschüren

Informationen und Beratung

A-plus Apotheken bieten ihren Kunden nicht nur freundliche und kompetente Beratung:

Damit Sie die Möglichkeit haben, die erhaltenen Informationen zu Hause weiter zu vertiefen, können Sie hier als kostenlosen zusätzlichen Service produkt- und herstellerneutrale Informationstexte einsehen. Fast alle Krankheitsfelder, Risikofaktoren bzw. Präventionsbereiche werden durch eine Broschüre abgedeckt.

Zöliakie – die dauerhafte Unverträglichkeit gegen das Gluten der Brotgetreide

Zöliakie (gluteninduzierte Enteropathie oder einheimische Sprue) ist eine Erkrankung der Dünndarmschleimhaut. Sie wird durch die Unverträglichkeit gegen das Klebereiweiß »Gluten« der typischen heimischen Brotgetreide hervorgerufen. Zöliakie betrifft etwa jeden 100sten bis 400sten Menschen in Europa, Amerika und Australien. 70% der Betroffenen sind Frauen.

Bei einer entsprechenden genetischen Veranlagung bewirkt die Aufnahme von Gluten eine Immunreaktion an den Zellen des Dünndarms. Als Folge kommt es zu einer Entzündung und Schädigung der Darmzotten mit Mangelernährung aufgrund unzureichender Aufnahme von Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten sowie Vitaminen und Mineralstoffen.

Zöliakie kann ausschließlich ernährungstherapeutisch behandelt werden. Mit dieser Broschüre erhalten Sie erste Informationen darüber, wie es Ihnen gelingen kann, mit Zöliakie beschwerdefrei zu leben. Sie kann eine ärztliche Untersuchung und die ernährungstherapeutische Beratung nicht ersetzen.

Wie kommt es eigentlich zu Zöliakie?

Zöliakie entsteht durch ein Zusammenspiel aus »genetischer Veranlagung« und »Glutenzufuhr«.

Gluten wird fälschlicherweise für einen schädlichen Eindringling, ein Antigen, gehalten. Als Reaktion bildet der Organismus vermehrt Antikörper, um das vermeintliche Antigen zu beseitigen. Dies führt zu Entzündungen und Schädigung der Dünndarmzellen.

Zöliakie tritt auch gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen auf. Unter anderem mit Diabetes mellitus Typ I (insulinpfl ichtiger Diabetes mellitus), Dermatitis Herpetiformis Duhring (Hauterkrankung mit herpesartigen Bläschen) und Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunerkrankung der Schilddrüse).

Symptome der Zöliakie

Die Symptome der Zöliakie betreffen häufig den Darmtrakt. Zu beobachten sind:

  • aufgeblähter Bauch
  • Bauchschmerzen
  • Durchfälle mit übel riechenden, gelblichen Stühlen
  • Übelkeit
  • Intoleranzen gegenüber anderen Nahrungsbestandteilen wie Laktose
  • Allergien
  • »Reizdarmsyndrom«
  • selten sind Darmgeschwüre oder Darmlymphome

Als Folge der Schädigung der Dünndarmzellen ist nicht selten auch eine Minderversorgung des Organismus mit Nährstoffen feststellbar, mit

  • Eisenmangelanämie (Blutarmut), die sich durch Eisen gaben nicht verbessern lässt,
  • Osteoporose (Knochenbrüchigkeit),
  • Mineralstoffmangel und infolge häufig auch Knochenschmerzen,
  • Vitaminmangel,
  • Kraftverlust,
  • Gewichtsverlust und bei Kindern Wachstumsstörungen.

Es können jedoch auch Symptome ohne direkten Zusammenhang zum Darmbereich auftreten, wie Entzündung der Mundschleimhaut mit schmerzhaften Aphten (Stomatitis aphtosa), Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö).

Tests auf Zöliakie

Bei Verdacht auf Zöliakie können zunächst Blutuntersuchungen auf bestimmte Antikörper durchgeführt werden:

  • Antikörper gegen Gewebstransglutaminase (tTG-IgG und tTG-IgA)
  • Endomysium Antikörper (Em-IgG und Em-IgA)
  • Gliadin-Antikörper (Gliadin-IgG und Gliadin-IgA) bei Kindern unter drei Jahren

Ist der Antikörpernachweis positiv, muss die Diagnose durch eine Biopsie gesichert werden. Dabei wird aus dem Dünndarm eine Gewebeprobe entnommen und auf eventuelle Veränderungen der Dünndarmzotten untersucht.

Behandlung der Zöliakie

Die einzige derzeit mögliche Behandlung der Zöliakie ist der konsequente Verzicht auf Gluten. Folgende Getreidesorten müssen dazu vermieden werden:

  • Gerste
  • Hafer
  • Roggen
  • Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen)
  • Weizen und sämtliche Weizenarten (wie Dinkel, Einkorn, Emmer, Grünkern, Hartweizen, Khorasan-Weizen/KAMUT®, Urkorn)

Auch sämtliche Produkte aus diesen Getreidesorten (Mehle, Stärkemehle, Flocken, Graupen, Grieß, Grütze, Keime, Paniermehl, Schrot sowie Bulgur und Couscous),

Backwaren, Nudeln, verarbeitete Lebensmittel, die diese Getreide enthalten müssen Sie vom Speiseplan ebenso streichen wie Bier, Malzgetränke und Malzkaffee. Als Alternative zu glutenhaltigen Getreidesorten eignen sich grundsätzlich die glutenfreien Getreidearten:

  • Hirse
  • Mais
  • Reis
  • Teff (Zwerghirse, äthiopisches Kulturgetreide)
  • Wildreis

Zusätzlich können die von Natur aus glutenfreien »Pseudogetreide« eingesetzt werden:

  • Amaranth (hirseartiges Fuchsschwanzgewächs)
  • Buchweizen (Knöterichgewächs)
  • Quinoa (Inkareis, Fuchsschwanzgewächs)

Häufig werden jedoch die natürlich glutenfreien Getreidesorten und Pseudogetreide in Betrieben neben glutenhaltigen Getreiden verarbeitet oder abgepackt. Sie sind dann nicht mehr sicher glutenfrei und müssen den Hinweis tragen »kann Spuren von Gluten enthalten«.

Im Handel gibt es mittlerweile ein reichhaltiges Angebot glutenfreier Mehle, Backmischungen und Backwaren. Sie erkennen diese Produkte an der gestrichenen Getreideähre oder der Kennzeichnung »glutenfrei«. Als »glutenfrei« dürfen Lebensmittel deklariert werden, die

  • weniger als 20 mg Gluten je kg (20 ppm) enthalten
  • reinen, nicht kontaminierten Hafer mit bis zu 20 mg Gluten je kg enthalten.

Weitere, garantiert glutenfreie Stärkelieferanten sind zudem Kartoffeln, Kartoffelmehl (Kartoffelstärke) und mit glutenfreien Zutaten zubereitete Kartoffelprodukte wie auch Esskastanien, Pastinaken, Topinambur und Süßkartoffeln.

Vorübergehende andere Unverträglichkeiten

Viele Betroffene haben zusätzlich Unverträglichkeiten gegen Milchzucker (Laktoseintoleranz), Fruchtzucker (Fruktosemalabsorption) oder Histamin (Histaminintoleranz). Je nachdem welche der Unverträglichkeiten parallel zur Glutenunverträglichkeit auftreten, ist es nötig, zusätzlich zum Glutenverzicht auch Milchzucker, Fruchtzucker beziehungsweise Histamin zu vermeiden. Solche sekundären Intoleranzen verschwinden wieder, sobald sich die Darmzotten durch konsequente Behandlung der Zöliakie regeneriert haben. Die Zöliakie selbst muss jedoch durch lebenslangen Glutenverzicht dauerhaft weiterbehandelt werden.

Gluten sicher vermeiden

Voraussetzung einer erfolgreichen Behandlung der Zöliakie ist die sichere Vermeidung selbst kleinster Glutenmengen. Dies macht es notwendig, dass Sie die Zutatenlisten von Lebensmitteln und Medikamenten gründlich lesen und im Haushalt glutenhaltige und glutenfreie Lebensmittelsorgsam trennen.

1 Lassen Sie sich keinesfalls einreden, Sie seien zu „pingelig“ oder übertrieben vorsichtig. Tatsächlich sind schon „Krümel“ glutenhaltiger Backwaren oder Teigwaren bei Zöliakie schädlich.
2 Achten Sie beim Einkauf auf das Symbol der durchgestrichenen Getreideähre oder den Hinweis „glutenfrei“ – auch bei natürlich glutenfreien Getreidesorten und Pseudogetreiden.
3 Gluten und glutenhaltige Getreide müssen deklariert werden. Vermeiden Sie Lebensmittel und Medikamente, in deren Zutatenliste diese aufgeführt sind oder mit der Angabe »kann Spuren von Gluten enthalten«.
4 Verwenden Sie getrennte Schneidebretter, Messer und Brotkörbe für glutenfreie und glutenhaltige Backwaren.
5 Schaffen Sie einen zweiten Toaster an, in dem nur glutenfreies Brot getoastet wird oder besorgen Sie spezielle Toast-Tüten (Toast bags). So können Sie glutenfreies Brot auch im gemeinsamen Toaster oder unterwegs im Hotel sicher vor glutenhaltigen Krümeln toasten.
6 Falls Sie für eine Mahlzeit glutenfreie und glutenhaltige Nudeln kochen, unbedingt zuerst die glutenfreien Nudeln ins Nudelsieb abgießen oder getrennte Siebe verwenden.
7 Falls Sie im Backofen gleichzeitig glutenfreie und glutenhaltige Speisen zubereiten, gehört das glutenfreie Gericht unbedingt nach oben. So vermeiden Sie, dass glutenhaltige Krümel auf das glutenfreie Essen gelangen.
8 Bei einem Kuchenbuffet mit glutenfreiem und glutenhaltigem Kuchen unbedingt zuerst den glutenfreien Kuchen anschneiden oder getrennte Messer verwenden. Sorgen Sie zusätzlich dafür, dass jeder Kuchen einen eigenen Tortenheber hat.
9 Gestalten Sie Ihren Speiseplan auch mit Zöliakie ausgewogen und abwechslungsreich. Essen Sie glutenfreie, stärkereiche Lebensmittel zu jeder Hauptmahlzeit, dazu täglich zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse oder Rohkost, drei bis vier Portionen Milchprodukte oder Käse, zwei bis vier Esslöffel hochwertiges Pflanzenöl. Zusätzlich wöchentlich insgesamt zwei- bis dreimal etwa 150 g Geflügel oder Fleisch und zweimal Fisch sowie maximal drei Eier.

Diese Broschüre entstand mit freundlicher Unterstützung von

Bücher und Adressen, die weiterhelfen:

  • Trudel Marquardt, Britta-Marei Lanzenberger: Gesund essen – glutenfrei genießen,
    Gräfe und Unzer Verlag, München
  • Ellen Stemmer, Christiane Schäfer: Gesund essen – glutenfrei backen,
    Gräfe und Unzer Verlag, München
  • Doris Fritzsche: Laktoseintoleranz,
    Gräfe und Unzer Verlag, München
  • Doris Fritzsche: Nahrungsmittelintoleranzen, Gräfe und Unzer Verlag,
    München Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V.
    Kupferstraße 36, D – 70565 Stuttgart, www.dzg-online.de

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.